Gedichte

Öffnet die Grenzen

Öffnet die Grenzen
Gebt allen zu Essen
Hört auf unser Zuhause mit Gift zu verpesten
Fangt JETZT an zu retten was noch lebt, was noch wächst
Fangt jetzt an zu lieben was nach Schutz sucht
So klein und verletzt
Nein, ich glaube nicht an einen Gott
Der uns straft, der uns richtet
Auch nicht an ein System, das diese Erde vernichtet
Ich glaube an das Gute
An das Wunder des Lebens
Ich weiß Taten aus Liebe sind niemals vergebens
Ich will, dass es aufhört dieses sinnlose Sterben
Dieses Ringen um Macht bringt nichts als Verderben.

(c) Nadine Fingerhut

 

Der Fluss

Der Fluss des Lebens treibt mich weiter
Immer näher zu mir selbst
Und ganz egal wie oft ich scheiter
Es ist ok
Manchmal wär ich gern ein Berg
So ruhig, beharrlich und beständig
Den Kopf immer in den Wolken
Um mich herum alles wild und lebendig

Doch auch ich selbst bin wohl ein Fluss
Immer auf dem Weg zum Meer
Immer irgendwie auf Reisen
Federleicht und tonnenschwer.

(c) Nadine Fingerhut

 

Ruhelos

Keine Ruhe-
Verlangen-
Nach Worten-
Nach Taten
Kann nicht schweigen-
Kann nicht sitzen-
Nicht wochenlang warten
Etwas treibt mich-
Etwas brennt-
Mein Herz ist in Aufruhr
Hat Schluckauf-
hat Heimweh-
springt leicht aus der Spur

Revolte und Aufstand-
Musik,
Poesie
Leben und Handeln- nicht stille Lethargie
Mich zieht´s an die Quelle
Gib mir noch einen Riss-
Vom Wein deiner Träume
Und sei dir gewiss-
Dein Traum ist der meine-
Der Traum von einer Welt
Die fernab von Angst
In ihren Ursprung zerfällt
Der Ursprung ist Liebe,
der Anfang war Zauber
Der Staub unserer Sterne
So rein und so sauber

Doch wo Gott ist, ist Teufel
Wo Licht ist, ist Schatten
Wir haben Wurzeln und Flügel
Die uns alles gestatten
Doch wollen wir leben, so ist es an uns-
Zu erkennen was Gut ist,
Ist wohl eine Kunst

(c) Nadine Fingerhut

 

Schmetterlinge

Die Schmetterlinge in meinem Bauch sind müde geworden
Nur ab und zu spüre ich noch einen leichten Flügelschlag
Einen Hauch dieser Wärme, die ihr wildes Flattern in mir ausgelöst hat
Was ist mit deinen Schmetterlingen?
Sind auch sie schon betrunken und gelähmt
Von all der Realität, die wir eingeatmet haben?

(c) Nadine Fingerhut

 

4.41 Uhr

4.41 Uhr-
Husten aus dem ersten Stock.
Geschäftigkeit.
Schlaflosigkeit.
Hier unten- Dunkelheit
Die Uhr tickt.
Allein sein.
4.45 Uhr-
Schreiben.
Atmen.
Flaues Gefühl.
Warten auf den Morgen.
Warten auf Licht.
Warten auf Leben, das die Stille zerbricht.

(c) Nadine Fingerhut

 

Insomnia

Ich kann schon wieder nicht schlafen. Weil mein Kopf mich nicht lässt.
Und ich kann nichts dagegen tun.
Nur schreiben kann ich. Schreiben und hoffen, dass mein Körper schon bald meinen Kopf davon überzeugt,
dass es Zeit wird ruhig zu sein.Vergangenes los zu lassen und den Morgen einfach kommen zu lassen.
Aber mein Herz schlägt so schnell. So als wollte es mit aller Kraft meine Gedanken antreiben und meinen Kopf
dazu zwingen gefälligst seine Arbeit zu Ende zu bringen. Denk! Denk schneller! Du hast keine Zeit! Das Leben ist kurz!
Schau was alles passiert! Schnell! Du musst alles richtig machen! Denk nochmal ganz genau darüber nach!
Ach, mein Herz, das ist lieb gemeint, aber lass mich schlafen. Bitte.

(c) Nadine Fingerhut

 

 

Ankommen

Vielleicht bist du der, den ich brauche um mich ganz zu fühlen.
Vielleicht kannst du mir das Gefühl geben angekommen zu sein.
Das ist es doch wovon die Leute reden. Ankommen.
Manchmal frage ich mich, ob es das überhaupt gibt. Ankommen.
Das Gefühl angekommen zu sein.
Ist das Leben nicht eine ständige Suche?
Alles ist immer im fluss.
Nichts und niemand wird zu Lebzeiten jemals irgendwo ankommen.
Unser Einziges unabwendbares Ziel ist der Tod.
Nur dort können wir ankommen.
Bedeutet ankommen dann nicht „tot sein“ ? „Nicht mehr lebendig sein“?
Bedeutet Ankommen dann nicht „Stillstand“ ?
Ich will nicht, dass wir still stehen.
Ich will, dass du mich auf meiner Suche begleitest.

Und ich will dich auf deiner Suche begleiten.

(c) Nadine Fingerhut

 

 

 

 

 

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